Circovirose

Immer häufiger ist die Rede vom Tauben-Circovirus (in Belgien erstmals im Jahr 1998 diagnostiziert). Circovirose ist eine virale Erkrankung, die bei Tauben im sehr jungen Alter den Thymus & Bursa Fabricii angreift. Diese zwei Organe sind für den Immunitätsaufbau der Taube (Widerstands- und Abwehrkraft) notwendig. Durch Schädigung dieser Organe können Infektionen schneller auftreten; außerdem bieten einige Impfungen möglicherweise keine vollständigen Schutz mehr (z.B. Paramyxovirose).

Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass ein sehr großer Anteil unserer Tauben bereits mit diesem Virus infiziert ist oder irgendwann einmal mit diesem in Berührung gekommen ist. Die üblichen Folgen bestehen hauptsächlich aus Sekundärinfektionen, denen wir mit unserem üblichen Medikamentenarsenal die Stirn bieten können. Immer häufiger treten jedoch Kombinationen dieser Infektionen von Circovirus und Adenovirus auf, mit allen sich daraus ergebenden Auswirkungen.

Krankheitsbild

Fast immer treten Sekundärinfektionen auf wie:

  • Paramyxovirose
  • Herpes oder Adenovirose
  • Colibacillose, Paratyphus
  • Schimmelpilze (Aspergillose oder Candidiase)
  • Trichomoniase

EM Bursa Taube: Circovirusinfektion
Foto: Klinikum Geflügel & Spezielle Tiere
Tiermediz. Fakultät Universität Gent

Behandlung

Kurativ (bei Erkrankung): keine Behandlung!

Wir können die Sekundärinfektionen ausschließlich durch eine Behandlung mit den klassischen Medikamenten in Angriff nehmen.
Daneben können wir die Widerstandskräfte der Tauben auch unterstützen mit Globifly und Recup-Lyt (Elektrolyte).

Präventiv (zur Vorbeugung):

  • Kein Impfstoff verfügbar!
  • Eine nicht allzu große Populationsdichte und eine gute Hygiene im Schlag spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen diese neue Herausforderung für den Taubensport.